PRRS - Schutz und Sicherheit durch wirksame Impfung

Die Diagnose
mit dem natürlichen Markerimpfstoff

Die PRRS-Infektion ist weder im Atemweges- noch im Fruchtbarkeitsbereich typisch genug, als dass allein anhand des Krankheitsbildes die Diagnose „PRRS-Infektion" gestellt werden könnte. Die PRRS-Infektion kann nur über die Labordiagnostik bestätigt oder ausgeschlossen werden. Je nach krankmachenden Eigenschaften des PRRS-Virus und abhängig von Betriebsart und Betriebsmanagement kann ein Betrieb keine Krankheitssymptome – und trotzdem PRRS-infizierte Schweine haben.

Haben sich der Schweinehalter und sein betreuender Tierarzt dazu entschlossen, die Herde auf PRRS untersuchen zu lassen, so stehen anschließend folgende Fragen im Vordergrund:

  • Welche Art der Untersuchung soll durchgeführt werden - auf Antikörper oder PRRS-Virus?
  • Wieviel Proben sollen gezogen werden und von welchen Tieren?
  • An welches Labor sollen die Proben geschickt werden?

Generell stehen bezüglich der Untersuchungsart drei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Nachweis von Antikörpern im Blut mit einem ELISA (Enzyme-linked Immunosorbent Assay)
  • Unterscheidung von Antikörpern gegen Impf- und Feldvirus bei bestimmten Impfstoffen mit einem IPMA (Immunoperoxidase monolayer assay)
  • Nachweis des PRRS-Virus bzw. dessen genetischem Materials bei akut erkrankten Tieren mit einer PCR (Polymerase Chain Reaction)

Anhand der Krankheitssymptome und betrieblichen Gegebenheiten muss die Art der Diagnostik ausgewählt werden. Wenn geprüft werden soll, ob ein unauffälliger Bestand tatsächlich PRRS-frei ist, eignet sich der Antikörpertest über das Blut (ELISA) am besten. Dabei werden aus jeder Nutzungsgruppe (Sauen, Flatdeckferkel, Mastschweine) 5 - 10 Blutproben auf Antikörper untersucht. Die Anzahl der Proben ist dabei von der Bestandsgröße abhängig. Insgesamt ist es sinnvoll, derartige Proben vorzugsweise von Tieren zu nehmen, die auffällig waren – z.B. Sauen, die umgerauscht oder einen Wurf mit ungewöhnlich vielen toten oder lebensschwachen Ferkeln hatten oder im Wachstum zurückgebliebene Flatdeckferkel oder Mastschweine. Selbst wenn diese Symptome durch andere Erreger oder Faktoren verursacht wurden, sind solche „geschwächten" Tiere immer anfälliger für eine zusätzliche PRRS-Infektion. Je mehr Proben untersucht werden, desto sicherer ist das Ergebnis.

Werden Untersuchungen bei geimpften Tieren durchgeführt, kann es notwendig sein, die nachgewiesenen Antikörper weiter zu untersuchen, ob sie ausschließlich von der Impfung stammen, oder ob das Tier zusätzlich Kontakt zu dem Feldvirus hatte. Bei Verwendung bestimmter Impfstoffe ist mit einem IPMA eine solche Unterscheidung möglich.

Soll dagegen geprüft werden, ob bestimmte Krankheitssymptome durch das PRRS-Virus verursacht werden, ist der PCR-Nachweis oftmals besser geeignet. Dieser Nachweis ist in Organen, bei der Abklärung von Aborten oder totgeborenen Ferkeln, oder auch im Blut von lebensschwach geborenen oder frisch erkrankten, hustenden Ferkeln möglich. Bei dieser Nachweismethode sollten mindestens 3-5 Tiere untersucht werden.

Diagnostische Möglichkeiten im Überblick

Beachte: Die Bestimmung von PRRS-Antikörpern ist immer nur eine Momentaufnahme. Sie lassen in den meisten Fällen nur dann eine konkrete Aussage über das aktuelle PRRS-Geschehen zu, wenn eine Doppelbestimmung im Abstand von 3 - 4 Wochen an den gleichen Tieren durchgeführt wurde. So kann eine einmalige Bestimmung mit dem Ergebnis +1 (siehe ELISA-Interpretation) sehr unterschiedliche Ursachen haben.


Beachte: Alle Haltungsstufen eines Betriebes (Altsauen, Flatdeck, Mastbereich und Jungsauen bei Ankunft) gelten als eigene Populationen und sollten beprobt werden.

 
 
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