Virusnachweis mit PCR (Polymerase Chain Reaction)

Bei der PCR handelt es sich um einen Nachweis der genetischen Information (Genom) des PRRS-Virus. Dieser ist in Organen, im Blut oder auch im Speichel möglich. Über die PCR lassen sich PRRS-Impf- und -Feldviren eindeutig unterscheiden. Der Aufwand und die Kosten für diese Differenzierung sind jedoch davon abhängig, ob Impf- und Feldvirus sich in bestimmten Bereichen des Genoms eindeutig unterscheiden. Bei dem Lebendimpfstoff von Boehringer Ingelheim ist eine Virusdifferenzierung gegen europäische Feldviren durch eine einfache PCR möglich. Bei Verwendung von europäischen Impfstämmen ist diese Differenzierung nur über eine zusätzliche Untersuchung möglich.

Spezifischer Einsatz dieses Testverfahrens

Der PCR-Nachweis ist am besten bei akut erkrankten Tieren geeignet. Dies sind z. B. Tiere mit Fieber, Husten oder Konjunktivitis oder Tiere mit Schäden durch eine transplazentare Infektion, also bei Abortmaterial oder lebensschwach geborenen Ferkeln. Hier kann insbesondere geprüft werden, ob diese Krankheitssymptome durch das PRRS-Feldvirus verursacht wurden.

Blutproben bei akut kranken Tieren

Bei der PCR sollten 3 - 5 Proben untersucht werden. Nach einer Infektion ist der Nachweis des PRRS-Virus im Blut bei Ferkeln 1 - 3 Wochen, bei erwachsenen Tieren dagegen meist nur wenige Tage möglich. Sind lebensschwache Ferkel, Fieber, Husten oder Konjunktivitis das Problem, kann das Virus im Blut von frisch erkrankten Tieren nachgewiesen werden. Bei Umrauschern oder Aborten ist der Virusnachweis im Blut zum Zeitpunkt der Klinik meist nicht mehr erfolgreich. Die PRRSV-Infektion erfolgte in diesen Fällen mindestens 4 - 5 Tage, häufig sogar mehrere Wochen vor der klinischen Erscheinung. Im Fall von Umrauschern ist deshalb die serologische Untersuchung vorzuziehen und bei Aborten und lebensschwach geborenen Ferkeln ist der Virusnachweis in den Ferkeln bzw. Föten durchzuführen. Bei der Untersuchung von Abortferkeln muss bedacht werden, dass in bis zu 40 % der Föten kein Virus nachgewiesen werden kann.

Probenmaterial Speichel 

Der Virusnachweis kann ca. ab 1 bis 2 Wochen nach der Infektion erbracht werden. Insgesamt ist das PRRSV durchschnittlich etwa 4 Wochen im Speichel der Tiere nachweisbar. Ist der PCR-Befund positiv, so weist das auf eine aktive Viruszirkulation im Bestand hin.


Interpretation

Mindestens 80 % der untersuchten Blutproben von Tieren mit klinischen Symptomen bzw. 50 % der Organproben von Abortmaterial sollten positiv sein, um eine ursächliche Beteiligung des PRRSV zu bestätigen. Da PRRSV-Impfstoffe keine sterile Immunität bewirken, sind einzelne positive Ergebnisse bei geimpften Tieren vorsichtig zu interpretieren.